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ICH VERTRAUE DER LIEBE

 

Kapitel 4: Ich vertraue der Liebe, die mich trägt!

 

I: Dieser gestrige Tag war phänomenal. Ich habe mir ja diese Rolle gegeben, erinnerst Du Dich? Ich wollte liebevoll SEIN, voller Freude, lebendig und frei. Und was geschah? Irgendwann spürte ich mich für eine Weile so verbunden mit Dir. Als ob es gar keine Rolle wäre, sondern als ob ich DAS BIN. Ich fühlte mich so getragen, so sanft, so voller Liebe. Und alles ging ganz leicht, floss mühelos ineinander und ich hatte sogar noch Zeit für Dich und mich. Ist das Liebe? Kann ich dem vertrauen?

Trägt sie mich wirklich? Und wenn ja wohin? Wer ist dieses Ich? Und was ist die Liebe? Sind sie getrennt voneinander oder ist es dasselbe wie die alten Mystiker, Weisen und Erwachten erzählen?

 

Ich liege noch blinzelnd im Bett an einem gewöhnlichen Freitagmorgen und lasse mir die Sonne ins Gesicht scheinen. Allein mit diesem inneren Satz „ich vertraue der Liebe, die mich trägt“, den wärmenden Lichtstrahlen und dieser unbestimmbaren Sehnsucht des Frühlings, des Erwachens beginnt mein Tag. Die Gedanken sind die ersten, die sich am Morgen bemerkbar machen. Sie sind wie eine Grundschulklasse aufgeweckter neugieriger Kinder, die alle etwas Wichtiges sagen wollen. Jeder möchte der erste sein, kann nicht warten. Sie drängeln und schubsen sich in den neu aufkommenden Tag wie wirbelnde Schneeflocken in die Stille des Winters. Ich habe keine Lust, mich von Ihnen überrollen zu lassen. Denn an diesem Tag, in diesem ersten Moment des Erwachens, das noch so still ist, so rein und klar wie ein Gebirgssee, beginnt ein Tanz – der Tanz mit der Wahrheit. Er schenkt mir Buchstaben, die sich zu Worten und Worte, die sich zu Sätzen formen.

„Ich vertraue der Liebe, die mich trägt!“ Ich frage nochmals nach: „Trägt sie mich wirklich?“ Die Antwort ist eine lachende Stimme.

S: Was meinst Du, warum die Erde nicht vom Himmel fällt?“

I: Auch das weiß ich nicht so genau. Ich würde so gerne lernen, mehr wissen. Ich bin so neugierig wie ein Grundschulkind, das die Magie der Buchstaben entdeckt – eine neue Ausdruckswelt. Doch ich vergesse so schnell. Kann mir nicht viel merken von den physikalischen Erklärungen über Erdanziehung, Gravitationskräfte und Magnetfelder. Dies interessiert mich auch nicht wirklich. Aber die Kraft, die hinter – oder sollte ich lieber sagen in alledem steckt – sie zieht mich magisch an. Sie lässt mich nicht mehr los, seit ich als kleines Mädchen den Schlüsselblumen beim Wachsen zugesehen habe. Heißt sie deswegen Schlüsselblume, weil da der Schlüssel zum Verständnis liegt? In diesen winzigen unsichtbaren Wundern? Das Flüstern in mir ist seitdem nie wieder erloschen. Ich fühle es als tiefgreifende Lebendigkeit – innen drin und auch in meinem Gegenüber. Sogar wenn es sich versteckt und Schutz suchend verhüllt, fühle ich dieses lockende Geheimnis. Es verbirgt sich gerne so wie die ersten Buschwindröschen unter den welken Blättern des letzten Herbstes  – und doch ist da schon die Verheißung des Frühlings in allen Zellen. Das eine Leben ist da, in jedem von uns – lassen wir die Masken fallen – und schauen uns wieder liebevoll ins Gesicht.

 

 

 

 

S: Du sprichst von Schutz. Schutz wovor?

I: Na, vor der Kälte und den Stürmen. Die zarten Blümchen sollen ja nicht erfrieren, bevor sie zum Blühen kommen.

S: Es ist für alles gesorgt! Vertraue der Liebe, die Dich trägt!

I: Also, Du hast das heute morgen in meinen Kopf geschickt?

S: Ich schicke Dir nichts. Es ist alles bereits da. Und wenn Du der Liebe vertraust, dann vertraust Du mir. Es ist DAS - SELBE. Du hast es ja schon entdeckt: als tiefgreifende Lebendigkeit in allem hast Du gesagt: in dir, in den Pflanzen, deinen Mitmenschen, in allem was ist. Du darfst Dich jetzt immer mehr daran erinnern. Das ist Dein Lernen. Das ist Dein Wachsen. Nicht das Auswendiglernen von physikalischen Gesetzen. Das Verständnis und die Erklärungen folgen dann von alleine.

I: Okay. Dann lass mich das mal kurz in einfachen Worten zusammenfassen wie ich das verstanden habe. Die Liebe trägt mich wie der Himmel die Erde. Es folgt also alles einem höheren Gesetz. Diese Kraft, die auch die Liebe ist, hält alles zusammen. ICH BIN diese Kraft und DU – und das ist auch die Liebe – ALLES EINS. Es ist also nicht getrennt voneinander und das ist es, worauf die Mystiker der Welt, die Poeten und Künstler in ihren Werken hinweisen.

S: Ja, das hast Du aber schön ausgedrückt.

I: Danke. Und warum spüre ich das dann so selten? Wenn ich all das bin, weshalb merke ich davon so wenig? Warum sind dann da so oft Angst und Zweifel und das Gefühl, es fehle etwas Wesentliches?

S: Weil Deine Aufmerksamkeit nicht auf Dein Wesen gerichtet ist, meinst Du, dass etwas Wesen-tliches fehle. Du siehst nur das, was Du sehen willst. Du bemerkst nur das was Du zu kennen glaubst. Es ist nur ein minimaler Ausschnitt, eine ganz begrenzte Sichtweise. Du bist gefangen in deiner kleinen Welt und in den kollektiven Grundannahmen der Menschheit. Du glaubst an die Macht des Geldes, der Krankheit, des Alters, des Todes wie alle anderen. Und deshalb erlebst Du es genau so.

I: Pfhhhh! Danke fürs Gespräch!

 

Da fällt mir etwas ein:

In der vorigen Nacht hatte ICH einen Traum. Er ist jetzt ganz präsent. Ich kann mich an alles detailgenau erinnern:

 

 

 

 

Es war einmal ein kleines Samenkorn. Seit vielen Jahren lag es in der dunklen Erde. Jeden Frühling, wenn die anderen Pflänzlein sich regten und dem Licht entgegenstrebten, überkam es große Traurigkeit.

 

Der Regenwurm lockerte vorsichtig die Erde und fragte: „Na, was ist mit Dir, möchtest Du immer noch nicht wachsen?“ Da antwortete das klitzekleine Samenkorn: „Wie denn? Die Erde ist doch so hart. Siehst Du nicht die dicke Kruste? Ich werde mir wehtun, wenn ich versuche, da durch zu kommen. „Ich helfe Dir doch gerade dabei!“ antwortete der dicke Regenwurm und kroch kopfschüttelnd weiter.“

 

Doch das Körnchen hatte große Angst. Es hatte gehört, da draußen gäbe es gefährliche Tiere, die einen fressen konnten. Oder manchmal käme da so eine große weiße, eiskalte Decke vom Himmel, die einen erfrieren ließ. Oder noch schlimmer: erst lockten warme Sonnenstrahlen einen hervor, um dann plötzlich hinterrücks mit riesengroßen Regentropfen über einen herzufallen. Nicht nur so ein bisschen Geplätscher – nein, Riesen-Regenstürme, die einem die Wurzeln ausrissen und einen mitnahmen ins Unbekannte. „Fürchterlich! Da bleibe ich doch lieber in der guten alten Erde, da bin ich sicher und geborgen.“

 

Da kam ganz geschäftig ein winziger Käfer vorbeigekrabbelt. Das kleine Samenkorn hätte gerne ein bisschen mit ihm geredet, aber niemand hatte Zeit dafür. Alle wollten endlich wieder wachsen und erblühen. Ihm war ein bisschen langweilig. Und weil es sonst nichts zu tun hatte, streckte es mal so ganz vorsichtig eine kleine Blattspitze in Richtung Licht. „Upps, das geht ja sooo leicht!“ Der Regenwurm hatte gute Arbeit geleistet und die anderen Pflänzchen streckten auch schon ihre Köpfchen aus der Erde. Sie hatten den Weg schon vorbereitet. Und unser kleines Samenkorn, das nun schon ein kleines Pflänzchen geworden war, lugte neugierig nach oben.

 

Da gab es schon richtig viel Gras und kleine Gänseblümchen. Der Löwenzahn reckte seine grün-gelben Knospen in die Höhe und die Schneeglöckchen waren bereits wieder am Verblühen. „Oh je“ dachte unser liebes Pflänzchen, „warum sollte ich mir all die Mühe machen in dieser gefährlichen Welt, wenn ich ja sowieso bald wieder sterben muss wie die armen Schneeglöckchen dort drüben?“ So zog es sich schnell ein bisschen zurück und wollte lieber wieder schlafen.

 

 

 

Als es sich einrollen wollte, war es irgendwie nicht mehr so gemütlich wie früher. So eng und dunkel. Nicht so wie die schöne farbenprächtige Frühlingswelt da oben mit all den bunten Tierchen und Blumen. Den roten Marienkäfern, den ersten gelben Zitronenfaltern, den blauen Veilchen und den hellgrünen, maigrünen und froschgrünen Blättern und Gräsern. „Und das orange war so schön“ träumte es vor sich hin“ ... bis es auf einmal ganz erschrocken aufwachte. „Ich weiß ja gar nicht wie die orange-farbene Blume heißt – und was bin ich überhaupt für ein Ding? Ja, wer bin ich eigentlich? Was ist, wenn die anderen mich nicht mögen und mich nicht schön finden? Was mache ich denn dann? Ich kann doch nicht einfach wieder verschwinden und mich in Luft auflösen?“

 

So hatte das kleine Pflänzchen große Sorgen, was es denn sei und was aus ihm werden könnte. Es überlegte und überlegte. Beinahe wäre ihm dabei sein frisches grasgrünes Köpfchen abgebrochen. Auf einmal hatte es eine Idee. „Ich werde ein Bambus. Jetzt habe ich schon 4 Jahre in der Erde geschlafen. Als Bambus kann man ganz schnell groß werden und bis zu 1 Meter am Tag wachsen. Oder eine Rose. Die duftet so schön und alle werden mich bewundern. Oder doch lieber eine Orchidee? Die ist auf jeden Fall etwas ganz Besonderes! Oder doch ein Gänseblümchen? Die mag ich doch auch so gerne, diese tapferen weiß-gelb-strahlenden Frühlingsboten. Was wäre eine Wiese ohne Gänseblümchen? Und Vergissmeinnicht? Nein, lieber doch nicht. Jetzt bin ich wieder traurig und weiß gar nicht mehr, was ich werden soll! Ich kann mich einfach nicht entscheiden!“

 

Im Morgengrauen huschte eine Haselmaus vorbei. Mit ihren schwarzen Knopfaugen hielt sie erschrocken inne. „Hat hier jemand was gesagt?“ „JA, ich“ rief unser Pflänzchen. „Kannst Du mir sagen, was ich bin?“ „Ja, eine Blume wahrscheinlich ...“ und weg war sie, unter den raschelnden Blättern des Herbstes verschwunden. Der Fuchs ging mit seinen Jungen spazieren. Der soll doch so schlau sein. „Hey Fuchs, kannst Du mir sagen, was ich bin?“ „Keine Zeit“ murmelte er. „Meine Kinder haben Hunger.“

 

Im Traum vergeht die Zeit immer so schnell. „He, hallo, woher weiß ich, dass ich träume?“ Als es schon wieder Abend wurde, flog eine alte Eule vorbei. „Halt, halt“ rief die kleine Pflanze. Kannst Du mir sagen, wer oder was ich bin?“ „Wer fragt das?“ krächzte die alte Eule und schaute suchend nach unten. „Ja ich“ antwortete unser Pflänzchen, das nun schon 4 cm gewachsen war und mit ihrem grünen Blättchen winkte.

Und dann bin ich aufgewacht. Ärgerlich und allein mit all diesen Fragen. Die Antwort scheint so nahe – und doch entzieht sie sich mir immer wieder.

I: „Kannst Du mir sagen liebes Selbst, was ich nun bin? Und wie ist das jetzt mit meiner Entscheidungsfreiheit?“

 

S: Lacht wieder.

„Aus menschlicher Sicht scheint dies wirklich ein ganz großes Thema zu sein. Und dein Traum zeigt ganz genau, wo die Schwierigkeiten beginnen:

Das Pflänzchen in deinem Traum hat eine individuelle Persönlichkeit angenommen. Es denkt. Es will unbedingt wissen. Es vergleicht und erfindet im Voraus schrecklich bedrohliche Gefahren. Und die daraus entstehenden Ängste verlangsamen sein Wachstum. Das ist es, was Du auch mit Dir machst. Du siehst Dich als kleines Pflänzchen, anstatt als DAS LEBEN und es einfach zu genießen. Ist es nicht genug, dass es Dich gibt? Dass Du Teil sein kannst, dieses herrlich vielfältig bunten Lebens auf dieser Erde? DU ERSCHEINST ALS DAS, WAS DU BIST. Namen, Worte und Einteilungen kommen erst viel später. Die Einen nennen es vielleicht Tausendschönchen, Andere nennen es Unkraut. Manche pflücken es und erfreuen sich zuhause am Duft der Blüten. Ein Gärtner fährt achtlos mit dem Rasenmäher darüber. Und ein Künstler oder ein kleines Mädchen malen es vielleicht in prächtigen Farben auf ein Blatt Papier oder eine Leinwand, wo es die Herzen des Betrachters noch viele Male berührt.“

 

I: „Ja, aber genau das ist es ja! Das macht doch einen Riesenunterschied für mich. Wofür bin ich denn da? Berühre ich Menschen mit meinem Sein? Macht es einen Unterschied, ob es mich gibt? Lebe ich, um ein Grashalm zu sein, auf dem jeder achtlos herum trampelt? Oder bewirke ich ein Innehalten? Ein Lächeln in den Herzen der Menschen? Kann ich etwas verändern und habe ich wirklich eine Wahl?“

 

S: Im Samenkorn ist schon angelegt, was Du wirst. Aus einem Grassamen wird kein Apfelbaum und keine Rose wachsen, so sehr Du Dich auch anstrengen magst. Und so wie alles Materielle entsteht, vergeht es auch wieder in dieser Welt. Wenn Du glaubst, Du wärst nur irgendein unwichtiger Mensch oder ein mickriges Pflänzchen und du könntest übersehen und vergessen werden oder sogar sterben, wäre dies wirklich angsteinflößend. Stell Dir einmal den gesamten Rasen in Deinem Garten oder eine schöne grüne Frühlingswiese vor. Dieses Jahr hätte die Hälfte der Pflanzen einfach entschieden: „Es lohnt sich nicht zu wachsen. Wir werden ja sowieso wieder abgemäht. Im Herbst wird alles vertrocknen und im Winter erfrieren.“ Wie würde Dein Garten dann aussehen? Macht das einen Unterschied?“

 

I: Mmmh.

 

S: Und nun stell Dir vor: Die Hälfte der Menschen (in Wahrheit sind es viel viel mehr) wissen nicht mehr wer sie sind. Aus Angst vor ihrer eigenen Größe, weigern sie sich zu wachsen. Wie würde die Welt aussehen, wenn sie sich plötzlich SELBST erkennen, wenn sie ihre Köpfe ins Licht strecken?

 

I: Wow, was für eine Vorstellung. Ist das Dein Traum?

 

S: Nein, das ist meine Wirklichkeit! Und Deine. Wenn Du es wirklich willst. Denn es geschieht bereits. Denn ein Pflänzchen kann sich nicht wirklich gegen das Leben wehren. Weil es das Leben ist. Und auch Du kannst Dich nicht gegen das Leben entscheiden. Weil Du das Leben SELBST bist.

 

I: Ooh.

 

S: Und nun zu Deiner Frage, ob Du eine Wahl hast. Ja, natürlich hast Du eine Wahl! Du kannst heraustreten aus deiner Klein-Gläubigkeit, aus dem Gedanken-Karussel und die Vielfalt des Seins entdecken. Und plötzlich erkennst Du, dass Du wie auf einem Kinderkarussel gesessen bist, das sich immer und immer wieder im Kreise dreht. Die Umgebung, die Menschen um Dich herum haben sich verändert. Auch Du warst in Bewegung, jedoch im Radius des sich drehenden Kinderkarussels. Du hattest Dir das selbst ausgesucht. Das schönste Pferdchen mit seiner silber-glänzenden Mähne und seinem bequemen Märchensattel. Du hast gelacht und gejauchzt vor Freude und Dich gefühlt wie eine Prinzessin. Es war genau das, was Du wolltest. Doch nun bist Du erwachsen geworden und sitzt noch immer auf dem nostalgischen Pferdchen. Du überlegst Runde um Runde was da vor sich geht. Du siehst die Blicke der Vorübergehenden und fühlst Dich schon lange nicht mehr wohl dabei. Weil Du irgendwo tief drinnen schon lange weißt: die Fahrt ist zu Ende.

Es gibt auch andere Menschenkinder. Sie bekamen damals keinen Platz auf dem begehrten Kinderkarussel. Sie stehen heute als Erwachsene noch davor und warten bis sie einmal an die Reihe kommen. Wütend, ärgerlich, verbittert über die Ungerechtigkeiten dieser Welt. Doch diese Welt ist so viel mehr als eine Fahrt auf dem Rummel.

 

Tränen der Erkenntnis laufen mir über die Wangen.

 

I: Warum geht alles Schöne so schnell vorbei? Warum ist es so „unpassend“ geworden, wo doch alles so schön war? Warum habe ich es nicht einmal bemerkt? Und was soll ich jetzt nur tun? Wohin soll ich gehen?

 

S: Lebe Dein Leben! Gehe zurück zu mir – zu Dir selbst. Du bist ein Teil des Ganzen. Jetzt. Leben ist immer jetzt da - in Form von .... einem Grashalm .... einer Rose .... deinem Körper ..... und vor allem als das Unsichtbare. Das was den sichtbaren Formen Leben verleiht. Ohne das Eine SELBST gibt es kein Leben und keine Vielfalt.

Du spielst sozusagen eine Rolle. Du selbst hast Dir eine Rolle gegeben – und dann vergessen welche das war. Das macht Dich beinahe verrückt. Du willst unbedingt wissen, wer Du bist und was Du bewirken kannst. Vor vielen vielen Jahren wolltest Du einmal unbedingt Prinzessin spielen und Karussel fahren. Es war schön. Doch Du weißt jetzt, dass das Leben nicht stehen bleibt. Du bist ohne Dein persönliches Zutun erwachsen geworden. Es geschieht einfach. Von Selbst. Und wenn Du sitzen bleibst, passt irgend etwas nicht mehr zusammen. Manchmal fühlst Du das Wunder für das es keine Worte gibt. Es ist überall. In den Augen Deines Hundes. Im Gesang eines Kindes. In der Berührung eines Steines oder in der Begegnung mit einer Freundin. Dann bewegt sich alles wie von Selbst. Dann bist Du ich und ich Du. ICH und SELBST sind EINS. Dann bist Du für einen Moment glücklich. Du bist ganz bei mir. Dieses Gefühl möchtest Du gerne festhalten. Du denkst, es käme von Deinem Tier, dem Kind, dem besonderen Stein oder der einen besten Freundin. Du vergisst, dass auch sie eine Rolle spielen. Du nimmst das Eine nicht mehr wahr. Das, was Euch durchströmt und im Herzen verbindet – die Liebe SELBST.

Deshalb kommt irgendwann ein Gefühl von Trennung und Verlust, von Bedauern und Traurigkeit.

 

Die empfundene Nähe scheint auf einmal wieder so weit weg. Du versinkst in Gedanken und Gefühlen, in Antriebslosigkeit, Resignation, Trauer und Sinnlosigkeit. Weil Du nicht mehr spüren kannst, dass Du das ALLES auch bist. Das Leben SELBST macht keine Unterschiede. ES IST. Im Grashalm, in Deinem Körper, im Zwitschern der Vögel und im Schimpfen der Nachbarin.

Es ist in den Gedanken, den Gefühlen, der Antriebslosigkeit, der Resignation, der Trauer und Sinnlosigkeit. Es ist im Spüren und im Nichtspüren. Es ist überall. Denn ohne das Leben gäbe es Nichts von alledem. Ohne Dich gäbe es Nichts von alledem. Wenn Du still wirst und lauschst, findest Du ES überall. Halte einfach an und betrachte diese bewegte Liebe. Lasse Dich davon wieder bewegen.

 

I: Danke! In so einem Moment sind alle meine Fragen beantwortet!

 

 

 

 

 

Das Schreiben des 4. Kapitels war wie eine Reise durch die Zeit. Es steht stellvertretend für diesen Tag oder für ein ganzes Leben. Es begann mit einem Gefühl von SELBST-Vertrauen. Es führte mich durch die Traumlandschaften meiner Seele, durch das Nichtwissen, das Versinken in Gefühlswelten, das Verirren in Gedankengebäuden bis zur völligen Klarheit was ich bin. Diese Gespräche tun so gut. Selbst-Reflektionen er-klären uns die Welt.

 

Meine Erinnerungen an die ersten bewussten Momente des Eins-Seins:

 

Mein unvollendeter Traum ...

 

 und seine Botschaft ...

 

Allein mit all den Fragen und Gefühlen ...

 

Die Erfüllung (oder auch Nichterfüllung) meines Kindertraums und die Traurigkeit über sein Ende:

 

Die Rolle, dich ich bis heute spiele:

 

Das, was ich sein will:

 

Das, was ich bin:

 

 

 

 

 

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