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SELBST-VERANTWORTUNG

 

 

Kapitel 3: SELBST-Verantwortung

 

I: Heute morgen bin ich aufgewacht und tausend Gedanken schossen mir durch den Kopf. So was wie: „noch ein bisschen liegen bleiben. Hoffentlich geht alles gut heute bei meiner Arbeit. Und was mache ich, wenn nicht? Oh je, ich darf das Pferd einer Freundin heute versorgen, warum habe ich das nur versprochen? Und meine Oma wartet im Pflegeheim auf mich. Pausenzeit ist heute wohl nicht drin. Der Haushalt sieht aus .... Am liebsten bleibe ich heute gleich im Bett liegen ....“

Dann fallen mir die Gruppenaufstellungen vom Vorabend wieder ein. Gesprächsfetzen, Gefühle, die verschiedenen Rollen. Und dann taucht plötzlich die Frage auf: „Wer bin ich eigentlich, jetzt?“ Stille im Kopf. Ich atme bewusst in meinen Körper. Fühle, atme, fühle, atme – fühle Wärme und Erleichterung in meinem Herzen.

S: Guten Morgen, jetzt bist Du da!

I: (Ganz aufgeregt) Mir ist gerade etwas Tolles aufgefallen. Ich kann ja entscheiden, wie ich da bin. Als was ich den Tag beginne. Ich kann mir wie in den Aufstellungen selbst eine Rolle (einen Sinn?) geben.

S: Ja, du SELBST kannst das und darfst es sogar. Das ist SELBST-Verantwortung.

I: Gestern abend war ich bei einer Freien Systemischen Aufstellung dabei. Da stellen sich Menschen gegenseitig für ihre Anliegen zur Verfügung. Durch das spontane Einfühlen in verschiedene Rollen, die Rückmeldungen und die Wahrnehmungen aus der Rolle heraus entstehen oft tolle Lösungsansätze. Irgendjemand der Teilnehmer sagte: „Hier fehlt etwas“. Und ich übernahm die Rolle als „das was fehlt“ – ohne zu wissen, was das war. Ein wunderbares Gefühl der Liebe erfüllte mich. Meine Anwesenheit brachte eine ganz neue Dynamik in das aufgestellte System. Es wurde ganz schnell klar: Ich bin die Liebe – und die fehlte im aufgestellten Thema bisher. Der entscheidene Lösungsschritt war getan. Und ich nahm das Gefühl der Liebe dankbar mit nach Hause.

Und nun zurück zu mir. Ich möchte heute die sein, welche der Welt liebevolle Gedanken und Gefühle schenkt. Und das kann ich dann, wenn ich liebevoll BIN. So wie in dieser Rolle gestern abend. Wenn ich mich selbst mag. Wenn ich mein liebevolles Herz spüre. Wenn ich sanft und tief atme. Wenn ich meinen Körper, die Freude und Lebendigkeit in mir fühle. Wenn ich meinen Gedanken von müssen und sollen, Verpflichtung und Versagen keinen Glauben mehr schenke. Wenn ich bin, die ich bin.

S: Du hast es be-griffen. Nicht nur verstanden. Du hast es gefühlt. Weil Du es ver-körpert hast.

I: Ja, es fühlt sich so frei an. So weit. So verbunden. Du und ich. ICH SELBST.

 

 

 

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